Monatsbotschaft

Glückliches Sein


Alle Menschen wollen glücklich sein. Glückliches Sein ist das tiefste, menschliche Bedürfnis. Es ist daher sehr verständlich, dass wir nach Glück suchen, es bewahren wollen und es fürchten zu verlieren. Doch dieses Glück im „Außen“ zu suchen und aufrechterhalten zu wollen kann nur zu fortwährenden Enttäuschungen (Ende dieser Täuschungen) führen.

Das menschliche Leben wandelt sich unaufhörlich von der Geburt des Körpers bis zu dessen Tod. Als inkarnierte Wesen sind wir stets bewegtes Sein. Es ist ein unumstößliches Naturgesetz das wir innerhalb von Raum und Zeit mit unserer körperlichen Ausrüstung konstant bewegt werden. Dies ist in der Verkörperung nicht anders möglich. Es gibt in der Identifikation mit dem menschlichen Körper keinen Moment des Ruhens. Unser ganzes irdisches Dasein ist konstant in Wandlung. Als menschliche Körper können wir uns nur in Bewegung, das heißt in bewegtem Sein, erleben. Während des Schlafens setzt sich diese Bewegung über das Träumen fort. Nur im Tiefschlaf erhalten wir die nötige Erholung und Befreiung von diesem stetigen Rollen der Lebenswellen. Wir sind im Tiefschlaf ohne Identifikation mit dem Körper, sowie der ganzen universellen Erscheinungswelt und darum glücklich. Sobald wir träumen oder wach sind setzt unsere Anbindung an unsere Projektionssysteme wieder ein und damit auch das existenzielle Leiden. Dies müsste so nicht wirklich sein.

Denn wenn wir uns als Seelen erkennen, in welchen unsere individuelle Verkörperung mitsamt ihrem Maskenspiel und allen irdischen Erscheinungen aufleuchtet so würden wir verstehen, dass wir das Leben selbst sind, welches als Quelle aller Erscheinung die ganze Existenz beinhaltet und durchdringt. So können wir in uns Selbst ruhen, denn dies ist ewiges glückliches Sein; Glück-Seligkeit. Darum sagt Jesus: “Das Reich Gottes ist in euch.“ Dies kann nur im ewig stillen Herzen unseres Wesens erlebt und verwirklicht werden.

Ramana Maharshi beschreibt dies so: “Der Geist, der von Gedanken befreit ins Herz absinkt ist das reine Bewusstsein.“

Genau dies ist Meditation. Im Bewegt-Sein ruhend, oder Ruhen im bewegten Sein. Wenn wir uns als Ich identifizieren beziehen wir das Bewegt-Sein des Lebens auf unser Ich und sagen dazu „unser Tun“, oder das Tun der Anderen. Doch in Wirklichkeit ist kein Ich je etwas am Tun. Es ist stets das Leben welches sich bewegt. Nur Gott alleine ist die Quelle jeder Erscheinung und jedes Handelns. Wird dies richtig verstanden und verinnerlicht, so nennen wir dies „Tun durch Nichttun“. Die Bewegung selbst sieht von „außen“, das heißt aus der Ich-Identifikation heraus betrachtet nicht anders aus. Nur das zum Selbst erwachte Auge sieht die Wirklichkeit des „Gott alleine ist“ klar und ohne Zweifel.

Das Ende der spirituellen Suche ist das Aufleuchten des Selbst, unserer Wesensnatur (Atman). Dies ist der tatsächliche Beginn der Hinwendung und Hingabe an das Göttliche (Brahman). Atman und Brahman sind eines.
Das Ende des spirituellen Weges das zum Göttlichen hinführt ist der Anfang des weglosen Weges zur wahren Selbst-Verwirklichung; die Rückbindung und Auslieferung an Gott. Wir können auch sagen dass Erleuchtung vollständiges „Verloren-Sein“ in Gott bedeutet.
Dies führt zu einer immer tieferen und umfassenderen Abwesenheit von allen egozentrischen Neigungen und Tendenzen und gleichzeitig zu einer immer tieferen und umfassenderen Anwesenheit von Präsenz.

In Liebe Saajid



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