Monatsbotschaft

Scham- und Schuldgefühle


Wir tragen so schwer an uns selbst!
Höre auf dich selbst zu tragen.
Übergib dich dem göttlichen Selbst
deiner innersten Quelle.
Es trägt dich, denn du bist „Es“.

Sicherlich ist es möglich, dass sich diese unangenehmen und ungeliebten Emotionen nach und nach auflösen, jedoch können wir nichts wirklich Hilfreiches damit „tun“. All unser Tun führt nur weiter zur Aufrechterhaltung und immer wieder Erinnerung „unserer“ Sicht. Der konstruktive Weg führt also über das Unterlassen, Annehmen und Durchschauen bis hin zum liebevollen Umfassen.

Unterlassen bedeutet:
Höre auf dich zu beurteilen und zu verurteilen.
Höre auf „alles“ zu beurteilen und zu verurteilen.
Höre auf damit Schuld zuzuweisen und dich als Opfer oder Täter zu definieren.
Höre auf das Unangenehme zu verdrängen und abzuspalten.
Höre auf darüber nachzudenken und zu analysieren.
Höre auf ein Lösung dafür finden zu wollen.
Höre auf damit es oder dich ändern zu wollen.
Höre auf damit es besser machen zu wollen.
Höre auf mit deinen Gefühlen und Gedanken zu kämpfen.

Annehmen bedeutet:
Gib allem Raum. Lasse es zu. Lasse es da sein!
Lasse es immer wieder kommen wenn es kommt ohne etwas damit zu tun.
Spüre es! Lass dich davon berühren.
Gib den Emotionen keine Bedeutung und denke nicht darüber nach.

Durchschauen bedeutet:
Alles Menschenmögliche ist menschlich. Alle Ursachen haben Auswirkungen. Alle Schwierigkeiten entstehen durch Verblendung. Die Existenz will, dass wir die Auswirkungen spüren, das genügt vollauf. Mehr ist nicht notwendig.
Durch „Ein-Sicht“ verändern sich die Dinge. Schuld auf sich zu nehmen bedeutet sich in einer Selbstbestrafungs-Endlosschlaufe zu bewegen. Scham- und Schuldgefühle haben mit Ideen, Vorstellungen und Glaubenssätze zu tun und sind kulturell bedingt.

Liebevoll Umarmen bedeutet:
Alles was ist „ist“ das göttliche Selbst. Du bist „das“ als Quelle und Ausdruck. Deinem Selbst ist nichts Menschliches fremd. Einfach damit „sein“ heilt und ist Heilung.
Du bist das göttliche Selbst. Schlafe abends mit einem großen Ja ein. Wache morgens mit einem großen Ja auf. Bedingungslos, egal wie es Dir gerade zu gehen scheint.
Natürlich wird unsere Psyche wiederstand leisten und die gebundenen Kräfte nicht leicht loslassen. Wir benötigen Ausdauer und Entschlossenheit in unserer Hinwendung; und all dies ohne etwas zu tun.

Hilft Vergebung?
Es wird immer wieder gesagt dass wir anderen (Täter, Verursacher, Umständen etc.) und uns selbst vergeben sollten. Doch Vergebung tönt gut und scheint sehr spirituell zu sein, ist in Wirklichkeit jedoch eine sehr manipulierbare Angelegenheit. Daher haben sich etliche etablierte Religionen diesen Begriff auf ihre Fahnen geschrieben. Oft bleibt mit dem Begriff von Vergebung ein Geschmack von Heuchelei und Selbstgerechtigkeit zurück. Ich höre selten von Menschen für welche Vergebung eine nachhaltige Formel darstellt. Warum ist das so?

Zum Einen basiert Vergebung im Allgemeinen auf den Prinzipien von Schuld und Sühne, von Gut und Böse, Täter und Opfer. Diese dualen Begriffe entspringen jedoch hauptsächlich Identifikations- und Schuldzuweisungsprinzipien. In Wirklichkeit ist stets die „Verblendung unserer Ich-Identifikation“ der Verursacher, falls überhaupt von so etwas wie „einem“ zuständigen Verursacher die Rede sein kann. Sicher ist, dass unsere individuelle, wie kollektive Kultivierung Schuldzuweisungen, Scham- und Schuldgefühle verursacht. Schuld ist ein einfach zu manipulierendes und weit verbreitetes Instrument weltlicher und religiöser Macht.

Zum Anderen basiert die allgemeine Vorstellung der Vergebung auf dem Prinzip des Getrenntseins von Gott, oder dem Göttlichen. Ich kann nicht wirklich anderen oder mir selbst umfassend vergeben, denn „Ich“ ist Verblendung, also das Verursacherprinzip selbst. Daher heißt es auch, dass nur Gott vergeben kann. Doch Gott oder das Göttliche ist keine Person oder sonst irgendeine von uns getrennte Macht. „Es“ ist die Quelle, also du selbst, das was du wirklich bist. „Es“, das Selbst, kann überhaupt keinen Grund oder Interesse daran haben Menschen mit Ich-Einbildungen zu vergeben.
In der Wirklichkeit unseres Seins sind wir weder getrennt noch geteilt - wir sind umfassend.

Vergebung im Sinne von nicht nachtragend zu sein hat jedoch einen großen Wert innerhalb unseres Zusammenlebens, selbst wenn wir uns nicht als getrennte Wesen verstehen, denn die Einzigartigkeit jedes Wesens in seinem individuellen Ausdruck wird immer für Konflikte sorgen, auch nach dem Erwachen zu unserer Wesensnatur. Wir benötigen also ein weitaus differenzierteres Verständnis von Vergebung als das allgemein übliche.
Auch benötigen wir wirkliche Einsicht (im Sinne von Tiefsicht) und Hingabe an unser wahres Wesen um im Umgang mit Scham- und Schuldgefühlen Nachhaltigkeit und Heilung zu erfahren.
Dankbarkeit, Heiterkeit, Leichtigkeit und Humor sind wahrhaft göttliche Attribute eines in Heilung befindlichen Menschen.

Höre auf dich selbst zu tragen!

In Liebe
Saajid




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